Das Theobaldusmünster

Die Stiftskirche St. Theobaldus in Thann ist eines der typischsten Bauwerke für die rheinische Gotik im Elsass. Die Kirche bekam ihren Namen 1442 von den Chorherren von St. Amarin. Der Bau des Münsters dauerte mehr als zwei Jahrhunderte, vom Ende des 13. Jahrhunderts bis ins Jahr 1516. In diesem Jahr wurde die mehr als 78m hohe Turmspitze vollendet.

Das große Portal ist in Frankreich einmalig. Drei Tympana beschreiben in 150 Szenen das Leben der Jungfrau Maria, die Geburt Christi und die Kreuzigung. Alle drei Formen der Gotik sind im Kirchenbau vertreten: Früh-, Hoch- und Spätgotik.

Das Chorgestühl ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich, aber trotzdem eines der beeindruckendsten im ganzen Elsass. Die Glasfenster aus dem 15. Jahrhundert zeugen von einer reichen Vergangenheit des Gebäudes, das seit dem 13. Jahrhundert ein wichtiger Wallfahrtsort ist.

Öffnungszeiten:
Oktober bis Mai : 8 Uhr – 12 Uhr und 14 Uhr - 18 Uhr (am Wochenende von 8 Uhr bis 18 Uhr)
Juni bis September: 8 Uhr – 19 Uhr
Während der Messen ist keine Besichtigung möglich.

Reservierung Minimum 1 Woche vor dem Datum der Führung.
Führungen werden nicht am 25. Dezember und 1.Januar stattfinden.

Die Legende des Hl. Theobald

Im Jahr 1160 starb der Bischof St. Theobald in Gubbio (Italien). Er hatte seinen Ring seinem treuen Diener vermacht. Als dieser den Ring jedoch zu sich nehmen wollte, riss er den rechten Daumen des Toten ab. Ring und Daumen wurden im Stab des Dieners verborgen und jener wanderte zurück in die Lorraine, seine Heimat.

Auf dem Weg dorthin erreichte er 1161 Thann. Er lehnte seinen Stab gegen einen der Tannenbäume und schlief ein. Am nächsten Morgen war der Stab wie mit dem Erdboden verwachsen. Zur gleichen Zeit erblickte der Graf der Engelsburg drei Lichter über jenen Tannen. Er sah darin ein Zeichen Gottes und versprach, an diesem Ort eine Kapelle zu errichten. In diesem Moment löste sich der Stab vom Boden.
Im Jahr 1975 wurde eine Untersuchung durchgeführt, die ergab, dass das Stück  Haut, das in der Kirche aufbewahrt wird, tatsächlich vom Hl. Theobald stammt, dessen Leichnam in Gubbio liegt. Die Reliquie ist in der Stiftskirche zu sehen.

Réalisation : Alsasys Agence Web | Graphisme : Dominique Schoenig